Das Mainzer Agenda-Büro lädt alle Mainzer:innen dazu ein, ihre Schubladen und Schränke nach alten, aber noch funktionstüchtigen microSD-Karten zu durchforsten und diese für das Projekt „Kartenretter“ im Mainzer Umweltladen zu sammeln.
„In zahlreichen Ecken Mainzer Haushalte befindet sich nicht mehr gebrauchte, alte Elektronik. Darunter sind häufig auch microSD-Karten, die nicht nur lose herumliegen, sondern sich auch in Geräten wie Kameras oder Handys verstecken“, so Sabine Gresch vom Agenda-Büro. „Wie viele andere ehemals moderne Technologien verstauben microSD-Karten heute, obwohl sie eigentlich noch funktionstüchtig sind.“

Zugang zur Bildung für Frauen durch Hörwissen
Die gesammelten Karten werden an die Audiopedia Foundation weitergereicht. Die Stiftung verleiht den ungenutzten Kleinstteilen ein neues Leben, indem sie die Karten datenschutzkonform aufbereitet, mit Hörbeiträgen bespielt, und anschließend nach Ruanda – seit 44 Jahren Partner des Landes Rheinland-Pfalz – verschickt. Dort werden die microSD-Karten über lokale Partnerorganisationen an Frauengruppen verteilt und eingesetzt, um Frauen Zugang zur Bildung durch Hörwissen zu ermöglichen. Dabei kümmert sich die Audiopedia Foundation auch um die notwendige technische Infrastruktur vor Ort.
Die microSD-Karten stellen ein barrierearmes und auch offline zugängliches Informationsangebot in über 80 Sprachen dar. Das Hörwissen ist essenziell, da Menschen in ländlichen Regionen in Afrika häufig keinen Zugang zu Internet oder anderen Bildungsmöglichkeiten haben, wodurch ihre Möglichkeiten sich über Themen wie Gesundheit, Familienplanung, Frauenrechten, Finanzen oder Landwirtschaft zu informieren begrenzt sind.
Sammelstelle in Mainz: Hier können Sie microSD-Karten abgeben
Ab sofort ist es auch in Mainz möglich, microSD-Karten für Kartenretter zu sammeln. Ein gemeinsames Projekt des Agenda-Büros, dem Mainzer Umweltladen, dem Partnerschaftsverein Rheinland-Pfalz/Ruanda e.V. sowie dem Fair Trade Team Mainz. „Wir unterstützen das Projekt sehr gern, weil es einen einfachen Beitrag zur Abfallvermeidung leistet und gleichzeitig etwas Gutes tut“, so Cordula Zimper vom Mainzer Umweltladen.
Wer nicht mehr benötigte microSD-Karten spenden möchte, findet eine Sammelbox im Umweltladen in der Steingasse 3.
„Durch das Spenden von microSD-Karten und das Verbreiten der Kartenretter-Idee können motivierte Mainzer:innen den Erfolg des Projekts unterstützen, ungenutzter Elektronik einen neuen Zweck verleihen und den Zugang zur Bildung von Frauen in Ruanda fördern“, motivierte Sabine Gresch.
„Die Verteilung der SD-Karten in Ruanda schafft für Frauen einen niedrigschwelligen Zugang zu wichtigen Informationen und Unterstützung – unabhängig davon, einen Arzt zu konsultieren. Gerade in ländlichen Regionen, in denen medizinische und beratende Anlaufstellen oft nur begrenzt oder in einiger Entfernung verfügbar sind, kann dies eine entscheidende Unterstützung darstellen. Ergänzend fördern die Inhalte den Austausch unter den Frauen: Gemeinsam angehörte Inhalte können Türöffner sein, um über Herausforderungen zu sprechen, Erfahrungen zu teilen, gegenseitige Unterstützung zu erfahren und dadurch neue Perspektiven und auch konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln,“ erklärt Layla Engeln vom Partnerschaftsvereine RLP/Ruanda e.V..
> Weitere Infos zum Projekt „Kartenretter“.
